CHI Genf

Zwei Finale in Genf: 1996 und 2010

Wer erinnert sich nicht!

21. April 1996 – Stechen im World Cup Genf. Zum einen der Österreicher Hugo Simon und sein kleiner Fuchs E.T. und zum anderen der Schweizer Willi Melliger und sein riesiger Schimmel Calvaro V. Manche würden sagen – David gegen Goliath. Dieses Stechen hat sich in das Gedächtnis vieler leidenschaftlicher Pferdeanhänger gebrannt und nicht nur, weil dieses Stechen so atemberaubend war, sondern weil ein Stechen im World Cup Finale so selten ist. In 31 Jahren gab es nur 3 Stechen – 1996 im Palexpo und 17 Jahre früher beim ersten World Cup Finale in Göteborg 1979 zwischen Katie Monahan Prudent und Hugo Simon, der das Finale für sich entschied. Das letzte Finale, das im Stechen entschieden wurde, war 2001 erneut in Göteborg zwischen Rodrigo Pessoa (Baloubet du Rouet) und dem Kämpfer Markus Fuchs (Tinka’s Boy), der so schnell ritt, dass seinem Kontrahent ein Fehler unterlief. Der World Cup ging an ihn!

Ein Szenario à la Hitchcock

1996 in Genf zeigten die Favoriten ihren Ehrgeiz von Anfang an. Hugo Simon und E.T. bewiesen dies bereits beim ersten Zeitspringen, wo er vor Rodrigo Pessoa auf Lora Piana Special Envoy lag. Rodrigo war zu diesem Zeitpunkt erst 24 Jahre alt. Der brasilianische Reiter wechselte sein Pferd aus (was damals noch möglich war) und übernahm am nächsten Tag die Gesamtführung dank seines Pferdes Loro Piana Tomboy. Der Abstand zwischen den ersten 10 Reitern war so gering, dass es ein spannendes Finale zu werden versprach.

Am Finaltag gab es anfänglich viele Rückschläge. Der deutsche Stylist Franke Sloothaak,  amtierender Weltmeister, kam mit seiner kraftvollen Stute Weihaiwej von Platz 7 auf Platz 2 der laufenden Wertung. Rodrigo Pessoa  übernahm die Führung, Hugo Simon und E.T. hatten einen Fehler, Willi Melliger und Calvaro V hatten zwei Fehler. Aber das letzte Wort war noch nicht gesprochen. Das gesamte Szenario nahm den Charakter eines Hitchcock Films an: eine Mischung aus Drama, Gefühl und Spannung.

Melliger und Simon blieben fehlerfrei. Sloothaak hatte einen Abwurf und Pessoa, der zwei Punkte Vorsprung hatte, verlor an der dreifachen Kombination und beim letzten Sprung die Kontrolle über sein Pferd. Der Titel war somit für den Brasilianer verloren. Er gewann ihn jedoch zwei Jahre später in Helsinki und in den darauf folgenden Jahren in Göteborg und Las Vegas mit Baloubet du Rouet .

Die Entscheidung an diesem 21. April 1996 zwischen Melliger/Calvaro und Simon/E.T. fiel im Stechen …. dem zweiten Stechen in der Geschichte des World Cups!  Trotz seiner 1.85 Meter war Calvaro unheimlich schnell. Dies war jedoch nichts im Vergleich zu dem 1.60 Meter großen E.T. Der geniale Parcours Designer, Paul Weier, hatte die Möglichkeit einer Abkürzung vor dem Wasser geschaffen, für die Reiter, die sich diesen riskanten Weg zutrauten. Gold für Österreich, Silber für die Schweiz, Bronze für die Sieger von 1995, Nick Skelton und Dollar Girl, die geniale Stute, die ursprünglich von Thomas Fuchs herausgebracht wurde und die am 24. April 2009 verstarb.

Zurück in Genf

Welch Erinnerungen, welche Emotionen, was für ein Sport! 5105 Tage nach diesem denkwürdigen Finale werden die besten Reiter der Welt das Publikum im Palexpo in Genf wieder in ihren Bann ziehen – dieses Mal vom 14. bis 18. April 2010 beim 32. Finale des Rolex FEI World Cup© und auch beim Finale des FEI World Cup © Fahren. Es schien, als ob der Sieg an Mario Deslauriers, den jüngsten Finalsieger (1984 mit Aramis) ging, der bis zur letzten Prüfung in Führung lag. Am Schluss wurde jedoch Marcus Ehning zum Sieger ernannt. Der deutsche Springreiter war der erste, der mit zwei verschiedenen Pferden gewann, nämlich Noltes Küchengirl und Plot Blue. Marcus Ehning, der zu den Top Springreitern zählt, gewann also sein drittes Rolex FEI World Cup™ Finale. Das Schweizer Publikum konnte sich ebenfalls über einen zweiten Platz freuen, den sich Pius Schwizer (momentan Nummer 1 der Welt) mit Ludger Beerbaum teilte. Erfreulich war auch Steve Guerdat’s Sieg im zweiten Umlauf mit Trésor. Eine Finale, das wir nie vergessen werden …

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