Mittendrin im CHIO Aachen 2019: Mittwoch 17. Juli

Ben Maher & Explosion W (Photo: Tiffany Van Halle) Ben Maher & Explosion W (Photo: Tiffany Van Halle)

Die erste Qualifikationsrunde zum Rolex Grand Prix, The Turkish Airlines-Prize of Europe, bot den zahlreichen Zuschauern beim CHIO Aachen spannende Unterhaltung. In dem atemberaubenden Stechen siegte der Brite Ben Maher nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Eduardo Alvarez Aznar und Daniel Deusser, die schließlich jeweils Zweiter und Dritter wurden.

Elf Pferd-Reiterpaare kamen ins Stechen, und der niederländische Reiter Marc Houtzager setzte seine Mitbewerber mit der ersten, in 50,13 Sekunden sehr umsichtig absolvierten fehlerfreien Runde unter Druck. Zur großen Freude der heimischen Zuschauer unterbot der Deutsche Daniel Deusser mit seinem beneidenswerten Talent Houtzagers Zeit jedoch um fast drei Sekunden und übernahm unter dem Jubel der patriotischen Fans die Führung. Lange konnte er diese Position allerdings nicht halten, da der Brite Ben Maher mit seinem als besonders schnell bekannten Fuchswallach Explosion W. in nur 46,28 Sekunden eine elektrisierende Runde hinlegte. Diese Zeit erwies sich dann auch als unschlagbar.

Explosion W ist offensichtlich in Topform. Welches Gefühl hat er Ihnen in diesem ersten Springen vermittelt?

Er ist zum ersten Mal in Aachen. Er hat in seinem Leben noch nicht viele Turnierplätze wie diesen gesehen, aber wenn man ihm das Zaumzeug anlegt und aufsitzt hat man das Gefühl, alles erreichen zu können. Er macht mir das Leben und die Arbeit wesentlich leichter als die meisten anderen!

Am Wasser hat es offensichtlich ein kleines Problem gegeben. Hatte Explosion damit Schwierigkeiten?

Er nicht, aber ich! Mir ist nämlich ein Fehler unterlaufen: Ich habe in der ersten Runde acht anstatt neun Galoppsprünge gemacht. Ich habe mir heute Morgen bei einem Abwurf den Kopf gestoßen, vielleicht kann ich jetzt nicht mehr zählen! Aber Explosion hat diesen kleinen Fehler für mich ausgebügelt, und das macht den Unterschied zwischen einem unglaublichen Pferd wie ihm und einigen anderen Pferden, die ich vorher hatte.

Für die erste 5*-Prüfung beim CHIO Aachen war es offensichtlich ein schwieriger Parcours - wie sehen Sie das?

Dem kann ich nur zustimmen, die erste Qualifikationsrunde war schwierig. Aber für die Zuschauer ist es guter Sport, wenn es beim Turnier etwas spannend wird. Es war ein großartiger Parcours, der uns einen Vorgeschmack auf den Rolex Grand Prix am Sonntag gegeben hat.

Der CHIO Aachen ist als eine der besten Reitsportveranstaltungen der Welt bekannt. Wie fühlt man sich, wenn man hier gewinnt?

Es ist immer schön, zu gewinnen, ich bin sehr ehrgeizig! Das Besondere bei einem Sieg hier ist die Größe des Turnierplatzes und die Zuschauerzahl, das haben wir normalerweise in unserem Sport nicht. Es ist meiner Meinung nach daher etwas ganz Besonderes, auf diesem Platz zu reiten, der so geschichtsträchtig ist und wo die Prüfungen von so vielen Zuschauern mitverfolgt werden. Deshalb möchte jeder Reiter hier siegen.

Henrik von Eckermann & Toveks Mary Lou (Photo: RWHS / Peter Nixon) Henrik von Eckermann & Toveks Mary Lou (Photo: RWHS / Peter Nixon)

Interview mit Henrik von Eckermann

Wie haben Sie sich auf den CHIO Aachen vorbereitet?

Ich habe mich mit meiner Stute (Toveks Mary Lou) auf das Training am Wassergraben konzentriert. Das ist der einzige Sprung, der sie manchmal etwas nervös machen kann. Deshalb haben wir das als Vorbereitung auf dieses Turnier viel geübt. Sie springt großartig und ist in Topform, daher brauchten wir uns wirklich nur auf das Wasser zu konzentrieren.

Wie reagiert Toveks Mary Lou auf die Atmosphäre beim CHIO Aachen?

Ich muss sagen, dass sie gestern im 1,45 m-Parcours hervorragend gesprungen ist, die Atmosphäre bereitet ihr keine Probleme. Man weiß nie hundertprozentig, wie ein Pferd reagiert. Das eine ist vielleicht gerne auf einem großen Turnierplatz wie diesem, der dann der beste Turnierplatz der Welt für seinen Reiter wäre, ein anderes ist dagegen möglicherweise etwas schüchterner und der Platz macht ihm Angst, das ist dann nicht so toll. Gestern hat Mary Lou den Aachener Turnierplatz genossen und mir ein super Gefühl vermittelt, deshalb freue ich mich auf diese Woche.

Fühlen Sie sich besonders unter Druck, weil Sie der Titelanwärter auf den Rolex Grand Slam sind?

Nicht wirklich. Um ehrlich zu sein, habe ich bei jedem Turnier das Gefühl, unter Druck zu stehen. Ich nehme jedes Jahr nur an wenigen großartigen Turnieren mit meinen Pferden teil, und Mary Lou ist so fantastisch, dass ich für sie jedes Mal eine Höchstleistung bringen möchte. Ich möchte, dass sie bei jedem Springen, an dem wir teilnehmen, gut abschneidet, sonst habe ich das Gefühl, ihre Springkapazität zu verschwenden. Natürlich ist der Druck hier in Aachen immer besonders groß, da jeder Reiter diesen Rolex Grand Prix gewinnen möchte.

Frank Rothenberger (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton) Frank Rothenberger (Photo: Rolex Grand Slam / Kit Houghton)

Interview mit Frank Rothenberger

Wie wird der Parcours am Sonntag aussehen? Wird es besonders schwierige Stellen geben?

Das weiß ich noch nicht. Das Springen wird zwei Runden und das Stechen umfassen. Die maximale Höhe wird 1,70 m betragen. Es wird zwei oder drei Sprünge in dieser Höhe geben und doppelt so viele Oxer mit Wassergraben. Der Springparcours hier am Sonntag wird einer der schwierigsten dieses Jahres sein.

Auf wie viele fehlerfreie Runden hoffen Sie?

Ich denke, dass es drei oder vier Reiter ins Stechen schaffen werden, das wäre ein perfektes Ergebnis. Aber beim Springreiten weiß man nie...

Denken Sie, dass der Parcours für bestimmte Pferd-Reiterpaare besonders geeignet sein wird?

Es wird sich um einen klassischen, fließenden Parcours handeln. Was diesen Platz besonders schwierig macht, sind die 40.000-50.000 Zuschauer. Ich muss Sprünge bis in jede Ecke aufstellen, denn jeder Zuschauer möchte ein Pferd aus nächster Nähe springen sehen. Der Parcours wird auf keinen Fall eng, klein und technisch, sondern lang und klassisch. Natürlich wird er Distanzen, Wasser- und andere Gräben sowie Dreier- und Zweierkombinationen enthalten.

Denken Sie, dass die Atmosphäre die Leistung der Pferde beeinflusst?

Ich denke, dass die Pferde, die am Rolex Grand Prix teilnehmen, diese Art von Atmosphäre und diese Art von Turnierplatz sehr gut kennen. Sie werden weder von den Zuschauern noch von der Musik überrascht sein. Sie sind genauso Profis wie ihre Reiter.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am liebsten?

Wir entwerfen den Parcours für den Rolex Grand Prix am Sonntag schon Wochen vorher. Es ist immer interessant, das Ergebnis zu sehen. Das macht die Arbeit für mich so schön und spannend, dass man das Ergebnis nicht im Voraus kennt. Alles ist möglich. Wir arbeiten mit Pferden, sie haben keinen Motor, sind keine Maschinen.

Auf welchen Reiter würden Sie am Sonntag setzen?

Das weiß ich nicht, denn 70 % der teilnehmenden Reiter könnten gewinnen, und ich werde am Sonntag dem besten Paar die Daumen drücken.

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